Der Julmond – Wenn Dunkelheit weich wird und das Licht heimkehrt

Der Nebelung liegt fast hinter uns – und ganz ehrlich?
Ich bin jedes Jahr wieder froh, wenn er endlich vorüber ist. Diese graue, dichte Zeit, in der die Tage schwer auf den Schultern liegen und die Welt wirkt, als hätte jemand den Ton leiser gestellt.
Ich finde den Nebelung wichtig – er führt uns in die Tiefe, in die Innenschau, in das Abschließen – aber ich bin trotzdem immer erleichtert, wenn sein Schleier sich hebt. Denn dann kommt er: der Julmond.
Der Dezember, ja – aber für mich fühlt sich „Julmond“ einfach richtiger an. Wärmer. Älter. Ursprünglicher. Der Dezember ist für den gregorianischen Kalender gemacht, der Julmond für die Seele.
Und in ein paar Tagen sind wir genau dort: im Monat der inneren Flamme, der stillen Magie, der Wiederkehr des Lichtes und der Zeit, in der die Welt für einen Moment weicher wird. Unsere nordischen Vorfahren haben die Julzeit nicht als einzelne Feier verstanden, sondern als ganzen Zyklus. Wochen, in denen man zusammenkam, gemeinsam arbeitete, gemeinsam lachte, gemeinsam schwieg und gemeinsam das Dunkel ehrte. Im Julmond löste man alte Konflikte – man wollte Frieden in die dunkle Jahreszeit tragen. Nachbarschaften, die im Sommer vielleicht mal geknirscht hatten, rückten wieder zusammen. Es wurde geteilt, geholfen, vergeben. Denn im Winter überlebte man nur gemeinsam.
Ich mag diesen Gedanken. Vielleicht sollten wir das wieder ernster nehmen, dass der Dezember kein Monat der Leistung ist, sondern der Menschlichkeit.
Ich stelle mir oft vor, wie unsere Vorfahren lebten: Draußen Frost, Schnee, Stille. Drinnen das Feuer, ein Topf über dem Herd, Stimmen, die Geschichten erzählen, Kinder, die aneinander gekuschelt einschlafen, und irgendwo im Hintergrund die Alten, die mit Blicken und Gesten mehr sagten als mit Worten. Es war eine Zeit, in der man das Jahr versöhnte. Mit sich selbst. Mit den anderen. Mit dem Leben.
Der Julmond trug ein leuchtendes Wissen: Die Dunkelheit nimmt zu, aber sie siegt nicht. Im tiefsten Punkt der Nacht – zur Wintersonnenwende – wird die Sonne wiedergeboren. Noch klein, noch schwach, aber voller Verheißung. Es ist der Moment, in dem das Licht zurückkehrt. Kein Trommelwirbel, keine Bühne – nur ein kosmisches, stilles „Ich bin wieder da“
Für mich persönlich hat dieser Monat immer eine besondere Magie. Und vielleicht lebe ich deshalb manche Dinge ein bisschen anders. Zum Beispiel meinen Adventskranz. Ich entzünde ihn nicht „klassisch“.Bei mir brennen am ersten Advent alle vier Kerzen. Ich möchte den gesamten Jahreskreis auf einmal im Blick haben: Frühling, Sommer, Herbst und Winter – das ganze Leben in vier kleinen Flammen. Und an jedem Adventssonntag wird eine Kerze weniger entzündet. Nicht aus Mangel – sondern als bewusster Weg ins Dunkel, das sich schließlich zur Wintersonnenwende wendet.
Dann, wenn die Wintersonne geboren wird, entzünde ich wieder alle vier – als Zeichen: Das Licht ist zurück. Der Kreis schließt sich. Ein neuer beginnt.
Ja, da bin ich vielleicht ein bisschen anders – aber das ist mein inneres Jahr. Und genauso verhält es sich mit Silvester. Ich gönne jedem von Herzen die Party, die Freude, das Feuerwerk, das Lachen – wirklich! Aber dieser Tag ist für mich seit meiner Kindheit energetisch… leer. Wie ein künstlicher Schnitt in der Zeit. Mein Jahr beginnt immer am 21. März, wenn das astrologische Jahr neu startet und die Sonne in den Widder tritt. Wenn die Natur aufwacht. Wenn alles wieder atmet. Da beginnt für mich der wahre Neubeginn.
Doch der Julmond – der trägt eine ganz eigene Magie. Es ist eine Zeit, in der die Runen deutlicher sprechen, in der Träume intensiver werden, in der man Zeichen sieht, die man im hellen Sommer vielleicht übersehen hätte. Dieser Monat macht etwas mit uns. Er öffnet Räume, die sonst verschlossen bleiben. Und gegen Ende des Julmondes beginnen dann die Rauhnächte – in der alten, vorchristlichen Tradition bereits mit der Nacht der Wintersonnenwende.
Also am 21. Julmond (Dezember)Die 21. Nacht war die erste Rauhnacht. Die Nacht, in der die Grenzen zwischen den Welten durchlässig wurden. In der der Atem der Ahnen zu spüren war. In der Zeichen und Träume Bedeutung bekamen, die sonst kaum gehört wurden. Ich liebe diese Nächte. Sie sind wie ein stiller, schimmernder Korridor zwischen den Welten. Wie eine Tür, die nur einmal im Jahr aufgeht und uns ahnen lässt, dass es mehr gibt als das Sichtbare.
Und ich werde euch im Lenomare-Blog Schritt für Schritt mitnehmen: durch alte Bräuche, durch Rituale, durch Runenwege, durch Räucherungen und durch jene kleinen Geheimnisse, die man nicht in jedem modernen Zauberbuch findet.
Es gibt so viel Wissen, das fast verloren gegangen ist. So viele Perlen, die wir wieder ans Licht holen können. Und ich freue mich darauf, das gemeinsam mit euch zu tun. Wenn ihr diese magische Zeit bewusst erleben wollt, wenn ihr die Tiefe des Julmondes und die Kraft der Rauhnächte spüren wollt, dann abonniert gern den Lenomare Blog. Damit ihr nichts verpasst – und damit wir diese heilige Zeit gemeinsam gehen. Der Nebelung ist fast vorbei. Der Julmond kommt. Und mit ihm die Rückkehr des Lichtes –zuerst in den Fenstern, dann in den Herzen, und schließlich im ganzen Leben.
Von Herzen,eure Runa
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