Die Kunst, allein zu sein – und dabei ganz bei sich

Alleinsein wird oft missverstanden. In einer Welt, die ständige Aktivität, Kommunikation und Präsenz verlangt, erscheint Rückzug schnell als Mangel. Doch Alleinsein ist nicht gleich Einsamkeit.
Im Gegenteil: Wer lernt, mit sich selbst in Frieden zu sein, entdeckt eine Kraftquelle, die unabhängig macht und tief nährt.
Warum Alleinsein nicht Einsamkeit ist
Einsamkeit ist ein Gefühl der Trennung – von anderen, vom Leben, oft auch von sich selbst. Alleinsein hingegen ist ein Zustand, den Sie bewusst wählen können.
Es bedeutet:
- Ich bin mit mir.
- Ohne Ablenkung.
- Ohne Flucht.
- Ohne Maske.
Wenn Sie Alleinsein nicht als Leere, sondern als Raum begreifen, entsteht etwas Neues:
Raum zum Atmen, zum Spüren, zum Wiederfinden Ihrer inneren Stimme. In der Stille hören Sie, was wirklich in Ihnen lebt.
Wie Sie innere Ruhe finden, wenn außen alles laut ist
Die Welt ist laut. Nachrichten, Termine, Erwartungen und Reize überfluten Sie täglich. Umso wichtiger ist es, einen inneren Ort zu kultivieren, der still bleibt – auch wenn außen der Sturm tobt.
Hier einige Wege, wie Sie diesen Ort finden:
Digitale Stille: Schalten Sie Ihr Handy bewusst aus. Nicht nur für fünf Minuten, sondern für eine Stunde oder länger. Die Welt dreht sich weiter – aber Sie kommen zur Ruhe.
Natur als Resonanzraum: Ein Spaziergang im Wald, barfuß im Gras stehen oder den Himmel beobachten – das sind keine Fluchten, sondern Rückverbindungen.
Atmen: Drei bewusste Atemzüge – tief, langsam, präsent – können mehr bewirken als eine Stunde Ablenkung.
Nein sagen: Nicht jede Einladung muss angenommen, nicht jede Nachricht sofort beantwortet werden. Grenzen schaffen Raum für Sie selbst.
Innere Ruhe entsteht nicht durch äußere Kontrolle, sondern durch innere Erlaubnis.
Rituale für Selbstverbindung und Klarheit
Rituale sind Anker. Sie helfen Ihnen, aus dem Kopf in den Körper zu kommen – und aus dem Außen ins Innen.
Hier einige einfache, aber wirkungsvolle Rituale für mehr Selbstverbindung:
Morgenritual in Stille
Bevor Sie Ihr Handy in die Hand nehmen: Setzen Sie sich hin, schließen Sie die Augen und spüren Sie Ihren Atem. Stellen Sie sich eine einfache Frage: „Wie geht es mir heute wirklich?“ – und lauschen Sie.
Schreibzeit am Abend
Nehmen Sie sich zehn Minuten, um aufzuschreiben, was Sie bewegt hat. Nicht für ein Tagebuch, sondern für sich selbst. Schreiben klärt, entlädt und ordnet.
Körperritual
Berühren Sie sich selbst achtsam – beim Eincremen, beim Duschen, beim Dehnen. Spüren Sie: Ich bin da. Ich bin lebendig. Ich bin genug.
Kerzenmoment
Zünden Sie eine Kerze an – nicht für die Stimmung, sondern als Zeichen: Jetzt beginnt meine Zeit. Vielleicht mit Musik, vielleicht in Stille. Vielleicht einfach nur mit sich selbst.
Fazit: Alleinsein ist kein Mangel, sondern eine Einladung. Eine Einladung, sich selbst wieder zu hören, zu spüren und zu erinnern, wer Sie sind – wenn niemand zusieht. Wer diese Kunst beherrscht, wird nicht nur unabhängiger, sondern auch klarer, ruhiger und echter in jeder Beziehung.
Herzlichst, eure Elisabeth
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