Zwischen Herzklopfen und Red Flags – erkennst du diese Dating-Muster?

Zwischen Herzklopfen und Red Flags – erkennst du diese Dating-Muster?
Die Welt des Datings hat sich verändert – und mit ihr sind jede Menge neue Begriffe entstanden. Ghosting, Breadcrumbing, Love Bombing oder Stashing: Manchmal braucht man fast schon ein eigenes Wörterbuch, um noch zu verstehen, was beim modernen Kennenlernen eigentlich passiert.
Doch hinter diesen Begriffen stecken nicht nur neue Dating-Trends. Manche beschreiben Verhaltensweisen, die dich verunsichern, hinhalten oder emotional verletzen können. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wenn du weißt, was hinter einem Verhalten steckt, kannst du es leichter erkennen und für dich entscheiden, was du möchtest – und was nicht.
♥ Ghostlighting – erst verschwunden, dann soll nichts gewesen sein
Ghostlighting verbindet Ghosting und Gaslighting miteinander. Jemand verschwindet plötzlich aus deinem Leben, antwortet nicht mehr und bricht den Kontakt ohne Erklärung ab. Wochen oder sogar Monate später taucht diese Person wieder auf – und verhält sich, als wäre überhaupt nichts passiert.
Sprichst du das Verschwinden an, hörst du vielleicht Sätze wie: „Ich war doch gar nicht richtig weg“, „Du übertreibst“ oder „Ich hatte einfach viel zu tun.“
Das Problem dabei: Plötzlich beginnst du möglicherweise, an deiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. War es wirklich so schlimm? Hast du überreagiert?
Wenn dich ein Verhalten verletzt hat, darfst du dieses Gefühl ernst nehmen. Du musst dir deine Wahrnehmung nicht ausreden lassen. Verlässliche Kommunikation und klare Grenzen sind kein übertriebener Anspruch.
♥ Ghosting – plötzlich herrscht Funkstille
Beim Ghosting verschwindet dein Dating-Partner von heute auf morgen. Nachrichten bleiben unbeantwortet, Anrufe werden ignoriert und eine Erklärung bekommst du nicht.
Gerade wenn vorher viel Nähe entstanden ist, kann dieses abrupte Verschwinden besonders verletzend sein. Du bleibst mit deinen Fragen zurück und weißt nicht, was passiert ist.
Mosting – erst ganz viel, dann gar nichts. Noch verwirrender kann Mosting sein. Dabei wirst du zunächst mit Aufmerksamkeit, Komplimenten und großen Worten überschüttet. Vielleicht entsteht sogar der Eindruck, dass sich daraus etwas Besonderes entwickeln könnte. Und dann: nichts mehr. Die Person verschwindet genauso plötzlich, wie sie vorher intensiv in dein Leben gekommen ist.
♥ Throning – wenn dein Status interessanter ist als du
Beim Throning sucht sich jemand gezielt einen Menschen, der das eigene Ansehen steigern soll. Vielleicht bist du attraktiv, erfolgreich, finanziell gut aufgestellt, beruflich angesehen oder bewegst dich in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen. Nicht die Verbindung zu dir steht dann im Mittelpunkt, sondern das, was die andere Person durch dich darstellen kann. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Interessiert sich dieser Mensch wirklich für dich – oder für das Bild, das er mit dir nach außen vermitteln kann?
♥ Negging – ein Kompliment, das keines ist
Beim Negging werden kleine Abwertungen geschickt als Komplimente verpackt. Zum Beispiel: „Für dein Alter siehst du wirklich noch gut aus.“ Oder: „Normalerweise stehe ich auf einen ganz anderen Typ, aber bei dir mache ich eine Ausnahme.“ Auf den ersten Blick klingt das vielleicht harmlos. Doch solche Bemerkungen können dich zunehmend verunsichern und dein Selbstwertgefühl schwächen.Ein echtes Kompliment hinterlässt normalerweise ein gutes Gefühl. Wenn du dich nach einem vermeintlichen Kompliment kleiner statt größer fühlst, lohnt es sich, genauer hinzuhören.
♥ Breadcrumbing – immer gerade genug, damit du bleibst
Beim Breadcrumbing bekommst du kleine „Brotkrumen“ der Aufmerksamkeit: eine Nachricht, einen Anruf, ein Herzchen, einen Flirt oder plötzlich wieder ein bisschen Nähe. Gerade wenn du denkst, der Kontakt sei vorbei, kommt wieder ein kleines Signal. Doch aus diesen Signalen entsteht häufig nichts Verbindliches. Die andere Person hält dein Interesse wach, ohne wirklich eine Beziehung aufzubauen. So kannst du lange in einer Erwartung bleiben, während der andere sich alle Möglichkeiten offenhält.
♥ Love Bombing – wenn zu viel zu schnell kommt
Love Bombing fühlt sich zunächst wunderschön an. Du bekommst außergewöhnlich viel Aufmerksamkeit, Komplimente, Nachrichten und vielleicht schon nach kürzester Zeit große Liebesversprechen. Du könntest denken: Endlich jemand, der wirklich weiß, was er will. Doch Vorsicht ist angebracht, wenn diese Intensität dazu dient, sehr schnell emotionale Nähe oder Abhängigkeit herzustellen. Besonders auffällig wird es, wenn die enorme Zuwendung plötzlich abnimmt, sobald du emotional gebunden bist.
Nicht jede intensive Verliebtheit ist Love Bombing. Entscheidend sind Muster, Absicht und der weitere Umgang miteinander.
♥ Textlationship – eine Beziehung, die hauptsächlich im Handy stattfindet
Ihr schreibt euch ständig. Vielleicht morgens, mittags und abends. Ihr erzählt euch persönliche Dinge und fühlt euch emotional verbunden. Nur eines passiert kaum: Ihr trefft euch. Eine Textlationship findet überwiegend über Nachrichten statt. Das kann eine Zeit lang schön sein – schwierig wird es, wenn du dir eine reale Beziehung wünschst, dein Gegenüber aber dauerhaft im digitalen Raum bleibt.
♥ Stashing – wenn du versteckt wirst
Ihr verbringt viel Zeit miteinander und vielleicht fühlt es sich längst wie eine Beziehung an. Trotzdem lernst du weder Freunde noch Familie deines Gegenübers kennen.
Gemeinsame Auftritte werden vermieden und auf Fragen kommen immer neue Ausreden. Dieses Verhalten nennt man Stashing – sinngemäß wirst du „versteckt“.
Wenn du dir eine verbindliche Partnerschaft wünschst, darfst du nachfragen: Welchen Platz habe ich eigentlich wirklich in deinem Leben?
♥ Snow Globing – Liebe mit Verfallsdatum?
Draußen wird es kalt, Weihnachten rückt näher und plötzlich wächst die Sehnsucht nach Nähe, Kuscheln und gemeinsamen Abenden. Beim Snow Globing entsteht eine Verbindung vor allem während der kalten Jahreszeit. Sobald der Frühling kommt, nimmt das Interesse wieder ab und neue Dates werden interessanter. Was sich im Winter nach Beziehung angefühlt hat, war möglicherweise nur eine saisonale Romanze.
♥ Monkeying – von einer Beziehung direkt in die nächste
Beim Monkeying hangelt sich jemand – ähnlich wie ein Affe von Ast zu Ast – von einer Beziehung direkt in die nächste. Die alte Verbindung ist kaum beendet, schon beginnt die nächste. Zeit für Verarbeitung, Selbstreflexion oder bewusstes Alleinsein gibt es kaum.
♥ Netflix & Chill
Der Ausdruck klingt zunächst nach einem gemütlichen Filmabend. Im Dating-Kontext ist Netflix & Chill jedoch häufig eine indirekte Einladung zu einem unverbindlichen sexuellen Treffen. Wenn du dir etwas anderes darunter vorstellst, ist es sinnvoll, vorher klar zu kommunizieren, was ihr beide erwartet.
♥ Sunday Test – funktioniert es auch ohne Programm?
Beim Sunday Test verbringt ihr bewusst einen ruhigen Sonntag miteinander – ohne großes Date, ohne besonderes Programm und ohne permanente Ablenkung.
Die Idee dahinter: Fühlt ihr euch auch dann miteinander wohl, wenn einfach einmal nichts Spektakuläres passiert? Denn eine Beziehung besteht schließlich nicht nur aus aufregenden Dates, sondern irgendwann auch aus ganz normalen Sonntagen.
♥ Slow Fade – langsam aus deinem Leben verschwinden
Beim Slow Fade wird der Kontakt nicht abrupt beendet wie beim Ghosting. Stattdessen zieht sich die andere Person Stück für Stück zurück. Nachrichten werden seltener, Antworten kürzer, Treffen immer wieder verschoben – bis der Kontakt irgendwann praktisch nicht mehr existiert.
♥ Submarining und Zombieing – plötzlich wieder da
Wochen oder Monate herrschte Funkstille – und plötzlich erscheint eine Nachricht: „Hey, wie geht's dir?“ Als wäre nie etwas gewesen. Dieses Wiederauftauchen nach einem Kontaktabbruch wird als Submarining oder Zombieing bezeichnet. Bevor du antwortest, darfst du dich fragen: Warum kommt dieser Mensch gerade jetzt zurück – und möchte ich diese Tür überhaupt noch einmal öffnen?
♥ Haunting – weg, aber trotzdem immer präsent
Beim Haunting meldet sich die Person nicht direkt bei dir, bleibt aber digital sichtbar. Er schaut deine Storys, liked vielleicht einen Beitrag oder taucht immer wieder in deinen sozialen Netzwerken auf. Der direkte Kontakt fehlt – trotzdem wirst du immer wieder daran erinnert: Dieser Mensch ist noch irgendwo da und zerrt energetisch an deinen Energien.
Beim Haunting meldet sich die Person nicht direkt bei dir, bleibt aber digital sichtbar. Er schaut deine Storys, liked vielleicht einen Beitrag oder taucht immer wieder in deinen sozialen Netzwerken auf. Der direkte Kontakt fehlt – trotzdem wirst du immer wieder daran erinnert: Dieser Mensch ist noch irgendwo da und zerrt energetisch an deinen Energien.
♥ Gaslighting
Beim Gaslighting wird deine Wahrnehmung wiederholt infrage gestellt oder verdreht. Du hörst möglicherweise Aussagen wie: „Das habe ich nie gesagt“, „Du bildest dir das ein“ oder „Du bist viel zu empfindlich.“ Mit der Zeit kann das dazu führen, dass du dir selbst weniger vertraust.
♥ Red Flags sind Warnzeichen, die darauf hinweisen können, dass dir eine Verbindung emotional nicht guttut. Eine einzelne Unstimmigkeit macht noch keinen Menschen zu einem schlechten Partner. Wenn sich problematische Verhaltensweisen jedoch wiederholen, solltest du sie ernst nehmen.
♥ Catfishing und Kittenfishing
Beim Catfishing gibt sich jemand im Internet als eine andere Person aus. Fotos, Name, Lebensgeschichte oder sogar die gesamte Identität können erfunden sein. Beim Kittenfishing ist die Täuschung weniger umfassend. Hier wird die eigene Person deutlich geschönt: alte oder stark bearbeitete Fotos, falsche Angaben über Alter, Beruf, Größe oder Lebensstil sollen attraktiver wirken lassen. Spätestens beim realen Treffen zeigt sich dann häufig, wie groß die Unterschiede zwischen Online-Darstellung und Wirklichkeit sind.
♥ Sexting, Fexting und Exting
Sexting bezeichnet den Austausch erotischer oder sexuell anspielender Nachrichten und Bilder. Fexting kommt von „fight over texting“. Statt ein Problem persönlich oder telefonisch zu klären, wird der Streit über Nachrichten ausgetragen – mit dem zusätzlichen Risiko, dass Tonfall und Absichten missverstanden werden. Exting bedeutet, dass weiterhin oder wieder mit dem Ex-Partner geschrieben wird – manchmal offen, manchmal heimlich.
♥ Binge-Dating und Daterview
Beim Binge-Dating werden sehr viele Dates innerhalb kurzer Zeit vereinbart. Ein Kennenlernen folgt auf das nächste. Das Gegenteil von lockerem Kennenlernen kann ein Daterview sein. Dabei fühlt sich dein Date plötzlich wie ein Bewerbungsgespräch an: Beruf? Zukunftspläne? Kinderwunsch? Einkommen? Lebensziele? Natürlich sind wichtige Fragen erlaubt. Wenn du allerdings das Gefühl bekommst, einen Kriterienkatalog abarbeiten zu müssen, statt einen Menschen kennenzulernen, sitzt du möglicherweise gerade in einem Daterview.
♥ Mansplaining
Mansplaining setzt sich aus den englischen Wörtern „man“ und „explaining“ zusammen. Gemeint ist eine herablassende Art des Erklärens, bei der ein Mann einer anderen Person Wissen oder Erfahrung abspricht und ihr etwas erklärt, obwohl sie auf diesem Gebiet möglicherweise genauso kompetent oder sogar kompetenter ist. Auch beim Dating kann ein solches Verhalten ein Warnsignal sein, insbesondere wenn deine Meinung, Erfahrung oder Kompetenz regelmäßig abgewertet wird.
♥ Und was ist nun wirklich wichtig?
Du musst dir nicht jeden neuen Dating-Begriff merken. Viel wichtiger ist, wie du dich in einer Verbindung fühlst. Fühlst du dich gesehen, respektiert und ernst genommen? Stimmen Worte und Handlungen überein? Kannst du offen sagen, was du fühlst und brauchst? Oder bist du ständig damit beschäftigt, Nachrichten zu interpretieren, auf ein Lebenszeichen zu warten und dich zu fragen, woran du eigentlich bist?
Nicht jedes ungewöhnliche Verhalten ist automatisch toxisch und nicht hinter jedem Rückzug steckt eine bewusste Manipulation. Doch wenn sich bestimmte Muster wiederholen und du dich dabei zunehmend unsicher, klein oder wertlos fühlst, darfst du genauer hinschauen.
♥ Denn manchmal ist die wichtigste Dating-Frage nicht: „Was empfindet dieser Mensch für mich?“ – sondern: „Wie fühle ich mich selbst, seit dieser Mensch in meinem Leben ist?“ Deine Seele spürt oft früher als dein Verstand, ob dir ein Mensch guttut. Achte darauf, ob eine Begegnung dir Vertrauen, Leichtigkeit und Wärme schenkt – oder ob sie dich immer wieder zweifeln lässt. Nicht jeder Mensch kommt, um zu bleiben. Manche Begegnungen kommen, um uns etwas über Liebe, Grenzen und unseren eigenen Wert zu lehren. Vertraue deinem Gefühl. Dein Herz kennt den Weg.
Herzensgrüße an dich * Monika
Zusammenstellung und Ausarbeitung: Monika Pilz
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